Gedanken zum Monatsspruch April 2025 von Gottfried Posch
„Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete?“ So lautet der Monatsspruch für April. Er steht im Lukasevangelium Kapitel 24, Vers 32. In diesem Kapitel wird beschrieben, wie zwei Jünger Jesu aus dem erweiterten Kreis der Jünger am Auferstehungstag Jesu von Jerusalem auf dem Weg nach Emmaus sind und was sie unterwegs erlebten.
Unterwegs sprachen sie über Dinge, die ihnen am Herzen lagen – von all den Geschehnissen, also all dem, was mit der Verhaftung und Kreuzigung Jesu zu tun hatte. Man merkte es ihnen an, wie enttäuscht und hoffnungslos sie waren. Plötzlich begegnete ihnen ein Fremder und fragte sie, worüber sie redeten. Der für sie Fremde war Jesus, den sie nicht erkannten. Ihre Augen waren wie verschlossen. Nicht weil er vollkommen anders aussah als früher, sondern weil ihre Augen unfähig waren, den auferstandenen Jesus zu erkennen, weil sie in ihrem Herzen keinen Glauben an die Auferstehung hatten. Für sie war Jesus tot, trotz der Auferstehungsbotschaft durch die Frauen, die sie gehört hatten. Sie blieben in ihrer eigenen Sicht der Dinge, in der die Auferstehung keine Rolle spielte, und in ihren traurigen Gefühlen. Der auferstandene Jesus beließ es nicht dabei und ergriff die Initiative. „Worüber redet ihr denn miteinander auf eurem Weg?“, fragte er sie. Da blieben sie traurig stehen und einer von ihnen – er hieß Kleopas – meinte: „Bist du der Einzige, der sich zur Zeit in Jerusalem aufhält und nichts von dem weiß, was dort in diesen Tagen geschehen ist?“ – “Was ist denn geschehen?“ fragte Jesus. Mit dieser Frage führte Jesus das Gespräch weiter, indem er sie ermutigte zu erzählen, was ihnen am Herzen lag.
Dann erzählten die Jünger alles, was sie über Jesus wussten. Aus ihren Worten sprach ihre Liebe zu Jesus und die große Erwartung und Hoffnung, die sie auf ihn gesetzt hatten, und die Enttäuschung, in die sie nach Jesu Tod gestürzt waren. Sie hatten gehofft, dass Jesus Israel erlösen werde. Aber nun war er vor drei Tagen getötet worden. Alles vorbei. Vom Auferstehungsglauben keine Spur.
Als die Jünger ihre Erzählung beendet hatten, sagte Jesus zu ihnen: „Ihr unverständigen Leute! Wie schwer fällt es euch, all das zu glauben, was die Propheten gesagt haben! Gott wollte es! Musste denn der Messias nicht das alles erleiden, um zu seiner Herrlichkeit zu gelangen?“ Dann ging er mit ihnen die ganze Schrift durch und erklärte ihnen alles, was sich auf ihn bezog – zuerst bei Mose und dann bei sämtlichen Propheten. Da wäre ich gerne dabei gewesen! Denn es gibt eine ganze Reihe von alttestamentlichen Jesusvoraussagen, wo ich mich mit dem Verstehen schwer tue. Und wenn du nun glaubst, dass durch die Erklärungen Jesu die beiden den Auferstandenen Jesus nun endlich erkannten, dann liegst du falsch. Sie hörten zwar alles, aber das Gehörte zeigte in diesem Augenblick scheinbar keinerlei Wirkung. So geht es auch vielen von uns. Wirklich? Ich habe „scheinbar“ gesagt. Warum? Das erzählt dir der weitere Bericht.
Als sie in Emmaus angekommen waren, tat Jesu so, als ob er weitergehen wollte. Die Jünger hielten ihn zurück und baten ihn bei ihnen einzukehren. Wahrscheinlich weil sie ihn in der Dunkelheit aus Sicherheitsgründen nicht mehr weitergehen lassen wollten, aber auch weil sie die Nähe des Fremden weiterhin wollten. Jesu willigte ein. Beim Abendessen nahm er das Brot, dankte Gott dafür, brach es in Stücke und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet und sie erkannten ihn. Doch im selben Augenblick verschwand er; sie sahen ihn nicht mehr. „War uns nicht zumute, als würde ein Feuer in unserem Herzen brennen, während er unterwegs mit uns sprach und uns das Verständnis für die Schrift öffnete?“ sagten sie zueinander. Und ich muss dabei feststellen, dass die Jünger erst nachträglich feststellten, dass ihre Herzen brannten, als der Auferstandene mit ihnen redete und die Schrift auslegte.
Diese Erfahrung steht Gott sei Dank auch uns zur Verfügung. Die Jünger haben Jesus nicht gleich erkannt, aber sein Wort hat sie innerlich bewegt. Das zeigt, dass Gott oft in unserem Leben wirkt, auch wenn wir es nicht sofort begreifen. Die ganze Zeit über hatten sie seine Gegenwart gespürt. Wie oft geht es uns ähnlich? Wir gehen unseren Weg, belastet von Sorgen, Enttäuschungen oder Unsicherheit. Doch mitten in unserer Dunkelheit ist Jesus da – oft unerkannt. Er spricht durch sein Wort, durch Begegnungen mit Menschen, durch leise Impulse in unserem Herzen. Und wenn wir genau hinhören, dann spüren wir vielleicht auch: Unser Herz brennt. So wie bei den Jüngern. In derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück. Dort fanden sie die elf Apostel und ihre Gefährten versammelt. Die riefen ihnen entgegen: „ Es ist wahr! Der Herr ist auferstanden! Simon hat ihn gesehen!“ Dann berichteten sie selbst, was auf dem Weg geschehen war und wie sie ihn erkannt hatten. Unser Herz brannte, sagten sie, als er mit uns redete. Diese Erfahrung ist auch heute noch möglich: Wenn wir uns für Gottes Wort öffnen, kann es unser Herz berühren. Dazu wünsche ich dir und mir Gottes gute Wegbegleitung.