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Gedanken zum Monatsspruch März 2025 von Gottfried Posch

Emotional und kontrovers geführte Auseinandersetzungen beherrschten den Bundestagswahlkampf. Dabei ging es um die Frage, wie man mit Flüchtlingen, die legal oder illegal zu uns kommen bzw. gekommen sind, in Zukunft umgehen soll. Eine besondere Herausforderung bei diesen Auseinandersetzungen war die Diskussion über das Problem der Ausländerkriminalität, die ganz aktuell durch mehrere Messerattacken bzw. Morde angeheizt wurde.                                                                                                                                                                      

Gott hat eine klare Meinung dazu. In 3. Mose 19,33 steht als Weisung Gottes an das Volk Israel und natürlich auch an uns im Monatsspruch für März: „Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken.“ Dem Fremden sollen aus seiner Herkunft keine Nachteile entstehen. So sagen es uns die Bibel und das Grundgesetz. Da heißt es: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“; und: „Niemand darf wegen seiner Abstammung, seiner Heimat und Herkunft benachteiligt oder bevorzugt werden“. Aber das ist nicht alles. Gottes Wille will mehr. Er sagt im nächsten Vers: „Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland. Ich bin der HERR, euer Gott.“                                                                                                                                      

Wie war das? Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch? Ja, dem kann ich nur zustimmen. Auch wenn dabei viele Fragen für mich offen sind. Wie kann verhindert werden, dass die Hilfsbereitschaft eines Landes skrupellos ausgenutzt wird? Wie gehen wir mit Straftätern um? Was soll geschehen, damit Integration gelingt und nicht scheitert? Um diese Fragen zu lösen, bedarf es einer weisen und verantwortungsbewussten Einwanderungspolitik, die die Fremden nicht unterdrückt, ausgrenzt oder benachteiligt. Es bedarf aber auch Menschen, die bereit sind, Hilfestellungen zur Integration zu geben, damit sie all das Neue, was auf sie zukommt, auch verstehen und annehmen.                                                                                                                                                                    

In der Bibel, im Alten Testament, wird zwischen Ausländern und Fremden unterschieden. Als „Ausländer“ etwa galt in Israel jemand, der zu einem fremden Volk gehört, sich nur für eine gewisse Zeit (etwa als Händler) in Israel aufhält oder, wenn er im Land bleibt, an der angestammten Religions- oder Volkszugehörigkeit festhält. Anders ist das beim „Fremdling“. Der ist in Israel wohnhaft geworden, untersteht der gültigen Gesetzgebung und genießt als ein Schutzbürger gewisse Rechte, allerdings ohne ein Vollbürger zu sein. Kommt mir irgendwie bekannt vor – bzw. nachahmenswert!                                                                                                                                                        

Machen wir uns nichts vor. Fremde können bedrohlich sein, ja als Feinde wahrgenommen werden. Wenn Migranten ihre eigenen Sitten und Gesetze im fremden Land durchsetzen wollen, dann sind sie meiner Meinung nach keine Fremdlinge im biblischen Sinne, sondern dann sind sie eher Eindringlinge. Vor solchen Eindringlingen muss sich jedes Land schützen. Auch das sagt mir die Bibel.                                                                             

Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer. Voraussetzung dazu ist, dass der Fremdling sich in die bestehende Gesellschaft integriert. Diesen Fremden sollen wir gut behandeln – so gut wie unsere eigenen Landsleute. Nicht jeder Fremde kann mein Freund werden, aber ich kann da, wo ich dem Fremdling begegne, freundlich zu ihm sein. Denn Er, der Fremde, ist ein Mensch so wie ich. Verletzlich, einmalig, wunderbar. Eigenwillig, unzulänglich, sündhaft, begrenzt. Ein Mensch so wie ich, der Essen und Trinken braucht, ein Dach über dem Kopf. Ein Mensch, der liebt und Schmerz empfindet, einsam sein kann und zugleich auf Gemeinschaft angewiesen ist. Ein Mensch, der die Nächstenliebe zum Leben, ja zum Überleben, braucht. Die Nächsten­liebe handelt stets ohne Ansehen der Person oder politische Ideologien. Sie tut es, weil sie von Gott kommt. Und da hat eine Unterdrückung sicher keinen Platz!                                                                                                                                                                       

Die Bibel beinhaltet viele Berichte von Menschen auf der Flucht und von offenen Gesellschaften, die sie empfingen. Sie erzählt auch davon, wie Fremde wieder weggeschickt wurden. Das Flüchtling-Sein zieht sich jedenfalls wie ein roter Faden durch die Bibel. Selbst Jesus ist da nicht ausgenommen. (Flucht nach Ägypten) Sie berichtet aber auch vom negativen Verhalten des Volkes Israel gegenüber Fremden. So werden z.B. in Hesekiel 22 schwere Vorwürfe laut. Da heißt es: Vater und Mutter verachten sie, den Fremdlingen tun sie Gewalt und Unrecht an… In der Rede vom Weltgericht sagt Jesus ganz deutlich zu denen, die gerettet werden: Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen! Zu denen, die verurteilt werden: Ich war als Fremder bei euch, aber ihr habt mich nicht aufgenommen. Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. So fordert es Gott von dir und mir. Da haben wir wohl auch seine Hilfe zur Umsetzung nötig und dürfen auch ihn darum bitten.